Diese Woche stellte die Abda ihre Pläne vor, wie sich Apotheken stärker beim Thema Prävention einbringen könnten. „Primärversorgung ist ohne Apotheken nicht darstellbar – Apotheke ist heute schon primäre Anlaufstelle für Bürger:innen“, so Abda-Präsident Thomas Preis. Einige der Maßnahmen kämen mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), weitere Leistungsangebote der Apotheken seien denkbar. Von den Kinderärzt:innen kommt heftige Gegenwehr.
Man gehe nun weit über die bereits eingeführten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) hinaus, kritisiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt:innen (BVKJ). Eine stärkere Einbindung in die Ersteinschätzung von Patient:innen, die Ausweitung der Präventionsangebote wie Impfungen, telemedizinische Leistungen oder die eine einfachere Kostenübernahme für rezeptfreie Kinderarzneimittel im Notdienst – all das sieht der BVKJ kritisch.
„Es ist uns völlig unverständlich, dass die Apothekerschaft kurz nach der Erhöhung des Apothekenfixums behauptet, sie könnte Kosten im Gesundheitssystem einsparen, indem sie weiter niedrigschwellige, bisher nicht existente Bezahlungs- und Betreuungsangebote auf den Weg bringt“, so Dr. Michael Hubmann, Präsident des BVKJ, deutlich.
Einerseits werde seit Jahren das Apothekensterben beklagt, andererseits werde suggeriert, die übrigen Apotheken könnten mal eben deutlich mehr anbieten. „Das ist nicht glaubwürdig. Und überhaupt: In Regionen, wo Arztpraxen sterben, wird es erst recht keine Apotheken mehr geben. Die Herausforderungen der Primärversorgung werden sich nicht durch eine bloße Verlagerung von Aufgaben lösen lassen.“
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